Marienmünster (red). Die Kulturstiftung in Marienmünster setzt mit Herbst-Ausstellungen immer neu vielfältige Impulse im Kulturland Kreis Höxter und in der Region OWL. So wird am kommenden Samstag, dem 3. Oktober 2020 um 14.00 Uhr in den Räumen auf dem ehem. Wirtschaftshof der Abtei die Ausstellung „Zeitfragmente“ mit Exponaten von Karin Stengel und Monika Möller eröffnet, die gerade für diesen Herbst eine Einladung zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst darstellt. Bis zum 1. November sind die Werke an den Wochenenden (freitags, samstags und sonntags von 11-17 Uhr) zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Die Bilder von Karin Stengel und das Objekt von Monika Möller bilden eine spannende Auseinandersetzung mit den Axiomen von Vergangenheit und Gegenwart und bringen Farben und Schichten zum Leuchten.
Die Dipl. Grafik-Designerin Karin Stengel aus Oerlinghausen (Bild) möchte laut eigner Aussage durch Zeitfragmente eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen. „Kunst schafft aus Bruchstücken von Ahnung und Erkenntnis ein Bild, welches doch immer nur Mutmaßung , Möglichkeit einer von uns nicht erlebten, fernen Zeit widerspiegelt. Aus Berichten und Überlieferungen, Sinfonien und Abbildungen formen sich Gedankenbilder wie versunkene Städte, prachtvoll, golden, entstehen in unserer Fantasie goldene Zeiten, deren angeblicher Glanz erst durch Legenden entsteht. Nichts bleibt, war vielleicht nie, ist nur Trugbild unserer Sehnsucht. Und doch entwickeln sich Bilder aus den Fragmenten der Geschichte.“
Der goldene Kokon von Monika Möller ist ein 5m x 2m x 2m großes Objekt, das aus einem Metallgerüst mit goldener Polymerfolienverkleidung besteht und freischwebend an einem Balken im Schafstall des Klosters Marienmünster hängt. Das Objekt bewegt sich leicht, wenn ein Luftzug durch den Raum geht und gibt leise knisternde Geräusche von sich. Die faltige, zerknitterte Oberfläche der goldenen und glänzenden Folie spiegelt den Raum und den Betrachter*innen in kleinen Flächen. Zusammenkommen, sich entwickeln, etwas entwickeln, sich zurückziehen, in sich gehen, aus etwas herauskommen, eingehüllt, versponnen, geheimnisvoll… Zu dieser Thematik bietet das Objekt Assoziationen. Das Objekt wurde zum 10. Internationalen Short Film Festival im Hangar 21, 2014 zum ersten Mal gezeigt. Seitdem wandern die Kokons in verschiedenen Ausführungen von Ort zu Ort.
Fotos: r