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Dienstag, 30. Juni 2026 Mediadaten
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Brakel-Bökendorf (TKu). Mit einer nahezu ausverkauften Vorstellung hat die Freilichtbühne Bökendorf ihr zweites Stück des Theatersommers 2026 erfolgreich auf die Bühne gebracht. Am Samstagabend feierte das Abendstück „Der große Gatsby“ nach dem gleichnamigen Roman von F. Scott Fitzgerald Premiere und wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus belohnt. Nach dem erfolgreichen Start des Familienstücks „SHREK“ ist damit nun auch das Erwachsenenprogramm der Saison eröffnet. Vor Beginn der Aufführung begrüßten die Vorsitzende der Freilichtbühne Bökendorf, Verena Becker, sowie der stellvertretende Landrat Werner Dürdoth die zahlreichen Besucher. Die große Resonanz des Publikums unterstrich bereits vor dem ersten Vorhang das Interesse an der Neuinszenierung.

Regisseur Stephan Rumphorst bringt den Literaturklassiker nicht als reine Zeitreise auf die Bühne, sondern verbindet die Welt der sogenannten „Roaring Twenties“ mit modernen Gestaltungselementen. Zeitgenössische Musik erklingt in Arrangements, die an die 1920er Jahre erinnern, während Bühnenbild, Licht und Choreografien immer wieder bewusst Brücken in die Gegenwart schlagen. Dadurch erhält die fast hundert Jahre alte Geschichte eine moderne Erzählweise, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Im Mittelpunkt der Handlung steht Jay Gatsby, dargestellt von Joss Spieker-Siebrecht. Gatsby hat sich nach dem Ersten Weltkrieg ein Vermögen aufgebaut und lebt in einer prachtvollen Villa, in der regelmäßig aufwendige Feste stattfinden. Hinter Reichtum und gesellschaftlichem Erfolg verbirgt sich jedoch ein persönliches Ziel: Er möchte seine frühere Liebe Daisy Buchanan zurückgewinnen. Daisy, gespielt von Henriette Becker, hatte sich während Gatsbys Kriegsdienst für eine Ehe mit dem wohlhabenden und angesehenen Tom Buchanan entschieden. In der Inszenierung übernimmt Christoph Besse die Rolle des selbstbewussten und dominanten Tom Buchanan.

Als Erzähler führt Nick Carraway, gespielt von Carsten Meier, das Publikum durch die Handlung. Aus seiner Perspektive entfaltet sich eine Geschichte über Hoffnung, Liebe, gesellschaftlichen Aufstieg und die Grenzen menschlicher Träume. Nick beobachtet die Ereignisse zunächst mit Distanz, wird jedoch zunehmend selbst Teil der Konflikte zwischen den Figuren. Zu den weiteren prägenden Rollen zählt Jordan Baker, dargestellt von Paulina Koers, die als enge Freundin Daisys eine wichtige Verbindung zwischen den Hauptfiguren bildet. Friedrich Ströhmer als George Wilson und Paula Daldrup als Myrtle Wilson ergänzen die Handlung um eine zweite Erzählebene, die die gesellschaftlichen Unterschiede und persönlichen Abhängigkeiten der damaligen Zeit verdeutlicht.

Die Freilichtbühne setzt die Geschichte mit großem Aufwand in Szene. Aufwendig gestaltete Kostüme, ein detailreiches Bühnenbild und eine durchdachte Lichtgestaltung schaffen gemeinsam die Atmosphäre der Goldenen Zwanziger. Unterstützt werden die Szenen durch die Choreografien von Linda Geers sowie die Live-Musik des Palais Tanzorchesters, das den Abend musikalisch begleitet. Tanzszenen und musikalische Einlagen sorgen dabei für abwechslungsreiche Übergänge zwischen den einzelnen Handlungsebenen. Regisseur Stephan Rumphorst zeigte sich nach der Premiere zufrieden mit dem Ergebnis der monatelangen Vorbereitungen. Bereits im Vorfeld hatte er angekündigt, dass das Publikum eine Mischung aus Glamour, Spannung und emotionalen Momenten erwarten dürfe. „Mit Der große Gatsby taucht die Freilichtbühne in die ,Roaring Twenties‘ des letzten Jahrhunderts ein mit einem authentischen und aufwendigen Bühnenbild. In den USA herrschen Dekadenz und Ausschweifungen, demgegenüber stehen Kriminalität und Prohibition. Es ist bunt und schrill, berührend und auch ein wenig dekadent.

Die Geschichte basiert auf dem 1925 erschienenen Roman von F. Scott Fitzgerald, der bis heute zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Literatur zählt. Angesiedelt zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise beschreibt das Werk eine Gesellschaft im Wandel. Wirtschaftlicher Aufschwung, gesellschaftliche Veränderungen und neue Freiheiten stehen im Kontrast zu Orientierungslosigkeit, wachsender Oberflächlichkeit und dem Verlust traditioneller Werte. Diese Gegensätze arbeitet die Bökendorfer Inszenierung deutlich heraus und macht sie für das heutige Publikum nachvollziehbar. Auch schauspielerisch hinterließ die Premiere einen geschlossenen Eindruck. Die Hauptdarsteller verleihen ihren Figuren glaubwürdige Konturen und lassen die unterschiedlichen Beziehungen und Konflikte nachvollziehbar werden. Besonders das Zusammenspiel zwischen Joss Spieker-Siebrecht als Jay Gatsby, Henriette Becker als Daisy Buchanan und Carsten Meier als Nick Carraway trägt die Inszenierung über den gesamten Abend hinweg. Die emotionalen Szenen wechseln sich mit den opulenten Partys ab und sorgen für einen ausgewogenen Spannungsbogen.

Das Publikum honorierte die Premiere mit lang anhaltendem Beifall. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von der Verbindung aus klassischer Literatur, moderner Inszenierung und musikalischer Begleitung. Insbesondere das harmonische Zusammenspiel von Schauspiel, Live-Musik, Tanz, Kostümen und Lichtgestaltung wurde nach der Aufführung vielfach gelobt.Mit „Der große Gatsby“ erweitert die Freilichtbühne Bökendorf ihr Abendprogramm um einen zeitlosen Literaturklassiker, der zentrale Themen wie Sehnsucht, Liebe, Erfolg und Vergänglichkeit behandelt. Die gelungene Premiere lässt auf eine erfolgreiche Aufführungsserie im weiteren Verlauf des Theatersommers 2026 hoffen und zeigt einmal mehr, welchen hohen Stellenwert das ehrenamtliche Theater in Bökendorf für die Kulturlandschaft der Region besitzt.

Fotos: Thomas Kube

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