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Montag, 01. Juni 2026 Mediadaten
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Kreis Höxter (red). Zwei schwere Unwetterlagen innerhalb von drei Tagen haben die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Höxter am vergangenen Wochenende erheblich gefordert. Bereits am Freitagabend zog eine Gewitterfront über die Region hinweg, bevor am Sonntagnachmittag ein weiteres schweres Unwetter mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen folgte. Insgesamt mussten die Feuerwehren im Kreisgebiet innerhalb weniger Tage mehr als 190 größere und kleinere Einsätze bewältigen. Aufgrund der Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes hatten sich zahlreiche Feuerwehren bereits vor dem Eintreffen der ersten Gewitterfront vorsorglich auf mögliche Einsätze vorbereitet. In vielen Städten wurden die Feuerwehrgerätehäuser besetzt und Einsatzleitungen eingerichtet, um bei einem erhöhten Einsatzaufkommen schnell reagieren zu können.

Die erste Unwetterfront am Freitagabend führte kreisweit zu insgesamt 75 Einsätzen, die von 429 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern abgearbeitet wurden. Die Schwerpunkte lagen dabei in den Städten Brakel und Willebadessen mit jeweils 14 Einsätzen sowie in Höxter mit zwölf Einsätzen. Allein im Stadtgebiet Höxter wurden nach Angaben der Feuerwehr insgesamt 62 Einsatzstellen registriert. Die Einsätze verteilten sich auf Brenkhausen, Godelheim, die Kernstadt sowie Stahle. In Brenkhausen musste die Feuerwehr einmal ausrücken, in Godelheim viermal, in der Kernstadt viermal und in Stahle dreimal. Dabei handelte es sich überwiegend um umgestürzte Bäume, Äste und Sträucher, die Straßen blockierten oder auf Gebäude gestürzt waren. In Godelheim und Höxter fielen Bäume teilweise auf Dächer. Die Einsatzkräfte sicherten die Gefahrenstellen ab und beseitigten die Hindernisse, soweit dies gefahrlos möglich war.

Auch in Willebadessen kam es zu zahlreichen Einsätzen. Allein im Bereich Peckelsheim und den umliegenden Ortschaften wurden 13 Einsatzstellen abgearbeitet. Mehrere umgestürzte Bäume mussten unter anderem auf Straßen in Richtung Alfredshöhe entfernt werden. In Steinheim wurden acht wetterbedingte Einsätze registriert. Hierzu zählten umgestürzte Bäume, blockierte Zufahrten und überflutete Verkehrswege. Zudem war eine Bahnstrecke betroffen, weshalb der Bahnverkehr zeitweise eingestellt werden musste. Dank des koordinierten Zusammenwirkens der Einsatzkräfte konnten sämtliche Gefahrenstellen zeitnah beseitigt werden. In Warburg beschränkten sich die Einsätze am Freitagabend überwiegend auf die Kernstadt. Dort mussten mehrere umgestürzte Bäume von Fahrbahnen entfernt werden. Vergleichsweise ruhig verlief die Nacht in Bad Driburg, wo lediglich zwei umgestürzte Bäume beseitigt werden mussten.

Am Samstag beschäftigten die Folgen des Unwetters die Feuerwehren weiterhin. Mehrere Schäden wurden erst bei Tageslicht entdeckt. Erneut mussten Äste und Bäume entfernt werden, die eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer darstellten. Kaum waren die Auswirkungen des ersten Unwetters beseitigt, zog am frühen Sonntagnachmittag bereits die nächste Gewitterfront über den Kreis Höxter. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor eine amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel herausgegeben. Die Messstationen registrierten erhebliche Niederschlagsmengen. Teilweise fielen innerhalb kurzer Zeit mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Auswirkungen machten sich schnell bemerkbar. Allein am Sonntag mussten die Feuerwehren kreisweit 115 Einsätze bewältigen. Insgesamt waren dabei 489 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner im Einsatz. Die Schwerpunkte lagen diesmal in Bad Driburg mit 36 Einsätzen, Brakel mit 23, Borgentreich mit 21 sowie Warburg mit 18 Einsätzen.

Zu den Einsatzbildern gehörten vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, verschlammte Fahrbahnen sowie umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste. Teilweise konnten die Kanalisationen und Gullis die großen Wassermengen nicht mehr aufnehmen, wodurch Straßen überflutet wurden. Besonders betroffen war die Region um Bad Driburg und Brakel. Die Kreisstraße 50 zwischen Herste und Siebenstern musste aufgrund von Unwetterschäden zeitweise voll gesperrt werden und blieb teilweise sogar bis Montag unpassierbar. In Brakel lief erneut Schlamm auf die Bundesstraße 252 zwischen Gehrden und Niesen. Die Straße musste für rund zwei Stunden gesperrt werden. Mithilfe eines Teleskopladers eines örtlichen Landwirtes konnte die Schlammmasse von der Fahrbahn entfernt werden, bevor die Feuerwehr die Straße reinigte. Auch in Steinheim-Bergheim kam es zu einem wetterbedingten Einsatz. Dort stand eine Bahnunterführung etwa 40 Zentimeter unter Wasser. Die Feuerwehr öffnete und reinigte die Gullis, damit das Wasser abfließen konnte.

In den Warburger Ortsteilen Germete und Wormeln kam es kurzzeitig zu Stromausfällen. In Borgentreich sorgte das Unwetter ebenfalls für besondere Herausforderungen. Dort fiel ein Baum auf die Zufahrt des Feuerwehrgerätehauses der Löschgruppe Bühne. Die Einsatzkräfte mussten zunächst ihre eigene Ausfahrt freischneiden, bevor sie zu weiteren Einsätzen ausrücken konnten. Zudem wurde in Borgentreich eine Straßenlaterne durch den Sturm aus ihrem Fundament gerissen. Neben den wetterbedingten Einsätzen wurden die Feuerwehrkräfte in Beverungen zu einem Dachstuhlbrand alarmiert. In der Ortschaft Herstelle hatte ein Blitzeinschlag einen Schwelbrand im Dachbereich verursacht. Der Brand konnte gelöscht werden.

Auch die Feuerwehr Steinheim war von den Wetterereignissen indirekt betroffen. Während des Jubiläumsfestes zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr musste die feiernde Innenstadt aufgrund der Wetterlage vorsorglich evakuiert werden. Bei der Bewältigung der zahlreichen Einsätze kam das bewährte Konzept der sogenannten Flächenlage zum Einsatz. Sobald mehrere Einsätze gleichzeitig in einer Kommune auftreten, übernehmen örtliche Einsatzleitungen die Koordination. Die Notrufe werden weiterhin über die Leitstelle entgegengenommen, die Einsatzabwicklung erfolgt jedoch durch die eingesetzten Führungsstrukturen vor Ort. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Stefan Nostitz wird eine solche Lage in der Regel dann festgestellt, wenn mehr als drei bis fünf Einsätze gleichzeitig in einer Stadt zu erwarten sind.

Trotz der hohen Anzahl an Einsätzen und der teilweise schwierigen Bedingungen verlief das Wochenende aus Sicht der Rettungskräfte insgesamt glimpflich. Weder am Freitag noch am Sonntag wurden Personen verletzt.

Fotos: Freiwillige Feuerwehr Brakel und Beverungen

 

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